Sexuelle Gesundheit – Auswirkungen von Brustkrebs auf die Sexualität

Sexual Health – the Impact of Breast Cancer on Sexuality

Die Sexualität eines Menschen wird aufgrund verschiedener Aspekte geprägt. Dazu zählen körperliche und seelische Vorgänge. Sowohl die Organe als auch das Nervensystem und Hormone steuern die Sexualität. Mit hinein spielen außerdem Gefühle, Gedanken und Prägungen der jeweiligen Person. Brustkrebs kann die Sexualität betroffener Personen und somit das Zusammenspiel der genannten Aspekte enorm belasten. Unter folgenden Auswirkungen leiden die betroffenen Personen häufig und somit auch deren Intimleben.

Brustkrebs und Sexualität – auftretende Vaginalprobleme

Vaginale Probleme sind keine Beschwerden, die ausschließlich bei Krebspatientinnen vorkommen, allerdings kann eine Krebserkrankung diese auslösen und auch verstärken. Zu den Beschwerden zählen Scheidentrockenheit, ein Elastizitätsverlust der Scheide und auch Infekte im Vaginalbereich.

Scheidentrockenheit

In der Regel wird der Genitalbereich der Frau dadurch geschützt, dass dieser im unerregten Zustand eine milchig-weiße Flüssigkeit ausscheidet. Beim Geschlechtsverkehr schützt diese vor zu starker Reibung und somit vor Verletzungen. Die Krebsbehandlung und auch die damit verbundene Störung des Hormonspiegels können Scheidentrockenheit, also das Ausbleiben der Befeuchtung der Vaginalschleimhaut, verursachen. Die Nutzung von Gleitmittel kann gegen Scheidentrockenheit eine Lösung darstellen. Diese können zur Befeuchtung der trockenen Schleimhaut aufgetragen werden und zur Behebung der Scheidentrockenheit beitragen. pjur med möchte den Patientinnen auch bei Brustkrebs eine unbeschwerte Sexualität ermöglichen und bietet mit seinen von Ärzten und Apothekern empfohlenen silikon- und wasserbasierten Gleitmitteln Hilfe. Wir achten dabei auf natürliche und naturidentische Inhaltsstoffe für eine optimale Hautverträglichkeit.

Geringere Elastizität der Scheide

Eine Krebserkrankung wird je nach Diagnose auch mit einer Bestrahlung behandelt. Muss der Beckenbereich bestrahlt werden, leidet darunter auch die Scheidenschleimhaut und die Elastizität der Scheide. Das hat Schmerzen beim Geschlechtsverkehr zur Folge, die in einigen Fällen sogar den Geschlechtsverkehr unmöglich machen. Ärzte empfehlen hier ebenfalls häufig Gleitmittel, da diese zur sanften Befeuchtung der trockenen Schleimhaut beitragen, was die Elastizität fördern kann. Wenn Sie Lust haben und keine Schmerzen verspüren, kann auch regelmäßiger Geschlechtsverkehr der Elastizität zu Gute kommen und die Durchblutung anregen. Vaginaldilatoren oder Vaginaltrainer können ebenfalls genutzt werden. Diese werden wie eine Art Tampon in die Scheide eingeführt, verhindern, dass es zu Verklebungen kommt und gewährleisten, dass die Scheide ihre Form behält.

Vaginale Infekte

Neben Scheidentrockenheit oder Verletzungen der Scheide kann es auch zu Vaginalinfekten kommen. In der Zeit einer Krebsbehandlung ist der Intimbereich der betroffenen Person aufgrund von Bestrahlungen des Beckenbereichs, einer Chemotherapie oder auch der mit der Krankheit zusammenhängenden hormonellen Veränderungen besonders anfällig für Infektionen. Dies äußert sich in Jucken und Brennen des Intimbereichs, aber auch teilweise in auffälligem Ausfluss. Bei einem solchen Vaginalinfekt kann ein Arzt diesen diagnostizieren und auch problemlos behandeln. Um einer erneuten Ansteckung vorzubeugen, wird der Partner ebenfalls behandelt. Zur Vorbeugung kann außerdem Folgendes hilfreich sein:

  • Bei der Reinigung des Intimbereichs sollte auf Seife und Lotionen verzichtet werden, denn durch diese wird das Scheidenmilieu beeinflusst.
  • Slipeinlagen oder auch synthetische Wäsche können unter Umständen eine Infektion begünstigen. Tragen Sie also lieber Unterwäsche aus Seide oder Baumwolle.

Schmerzen

Changing body image

Bei der Behandlung einer Krebserkrankung wird der Körper einer enormen Belastung ausgesetzt. Behandlung folgt auf Behandlung und neben der körperlichen entsteht auch eine enorme seelische Belastung. So beeinflussen nicht nur Schmerzen, die während des Liebesspiels auftreten, das Intimleben der betroffenen Person. Allgemein sind Schmerzen dafür verantwortlich, dass Betroffene eine Lustlosigkeit verspüren, die das Intimleben negativ beeinflusst. Egal, welche Schmerzen vorherrschen, wichtig ist, dass Sie darüber sprechen und Rat bei einem Arzt suchen. Die Lustlosigkeit in der Sexualität, die meist die Partnerschaft belastet, kann ebenso behandelt werden. Es gibt Sexualtherapeuten, die hier Gesprächstherapien anbieten, und so wieder zu einem körperlichen Wohlbefinden in der Sexualität verhelfen können. Oft sind es die kleinen Dinge, die viel bewegen – eine Massage, die einen den Körper wieder spüren lässt oder ein intensives, intimes Gespräch mit dem Partner.

Chronische Müdigkeit

Eine weitere Nebenwirkung einer Krebserkrankung bzw. der Behandlung kann die Fatigue, auch als chronische Müdigkeit bekannt, sein. Die betroffenen Personen empfinden ständig eine Müdigkeit, die deren Alltag einschränkt. Hiervon ist dann auch das Intimleben betroffen. Zunächst sollte der Fatigue mit ausgewogener Ernährung, viel Bewegung und Schlaf entgegengewirkt werden. Sollte das nicht helfen, empfiehlt es sich, einen Arzt zu Rate zu ziehen.

Verändertes Körperbild

Am Beispiel einer Brustkrebspatientin, die Teile ihrer Brust oder auch eine vollständige Brust amputiert bekommen musste, wird leicht deutlich, wie sehr eine Krebsbehandlung das Körperbild beeinflussen kann. Über die Brüste wird ein großer Teil der Weiblichkeit einer Frau definiert. Verändert sich diese Weiblichkeit oder wird durch den Krebs angegriffen, kann dies das Selbstbild einer Person deutlich beeinflussen. Die Spuren, die der Krebs hinterlässt, können enorm sein und mit einigen dieser Spuren müssen Betroffene leben lernen. Das kann nicht von heute auf morgen gehen, weswegen es wichtig ist, sich Zeit zu lassen und Schritt für Schritt wieder zu lernen, den eigenen Körper zu lieben. Erst dann kann auch wieder eine unbeschwerte Sexualität möglich sein.

All diese Aspekte und vor allem der Brustkrebs schränken die Sexualität der betroffenen Personen und deren Partnern ein. Da ein erfüllendes Sexualleben auch das Lebensgefühl verbessern kann, sollten Betroffene daran arbeiten, dieses aufrechtzuerhalten beziehungsweise nach einer überstandenen Erkrankung oder auch währenddessen wieder aufleben zu lassen.

pjur unterstützt ab Oktober 2016 die McGrath Foundation in Australien, die Geld sammelt, um Breast Care Nurses, also spezielle Krankenschwestern für Krebspatientinnen bzw. diejenigen, die die Krankheit bereits überstanden haben, in ganz Australien zu platzieren und somit jedem Hilfe bieten zu können. Diese können auch bei all den angesprochenen Problemen Unterstützung bieten und betroffene Personen auf ihrem Weg begleiten.

Schauen Sie sich zum Thema auch das folgende Video von Dr. Shannon Chavez und pjur med an:

Lesen Sie auch unsere beiden weiteren Artikel zum Thema „Brustkrebs und Sexualität“:

 

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