Vorzeitiger Samenerguss – Ursachen, Auswirkungen und Lösungen

Premature (Early) Ejaculation - Causes, Effects and Solutions

Etwa 20 Prozent der Männer unter 60 Jahren leiden unter vorzeitigem Samenerguss. Die „Ejaculatio praecox“ ist damit keine Seltenheit und dennoch geht nicht einmal die Hälfte der Betroffenen zum Arzt. Mann schämt sich, versucht, das Problem unter den Tisch zu kehren und möglichst niemandem davon zu erzählen. Welche Auswirkungen und Ursachen vorzeitiger Samenerguss hat und welche Lösungen sich anbieten, erklärt der folgende Text.

Die Auswirkungen eines vorzeitigen Samenergusses

Es handelt sich beim vorzeitigen Samenerguss um die häufigste sexuelle Funktionsstörung bei Männern unter 60 Jahren. Dabei ist ein vorzeitiger Samenerguss evolutionstechnisch gesehen gar kein Nachteil: Männer, die früher kommen, konnten sich schneller und häufiger vermehren. Doch heutzutage kann ein zu schneller Samenerguss eine große Belastung für die Partnerschaft sein – und auch beim Gegenüber zu sexuellen Funktionsstörungen, wie z. B. Lustlosigkeit oder Orgasmusschwierigkeiten führen.

Vorzeitiger Samenerguss bedeutet, dass der Mann bereits ejakuliert, bevor dieser in die Frau eingedrungen ist oder kurz danach. Außerdem sind Männer, die nicht unter vorzeitigem Samenerguss leiden, meist in der Lage, die eigene Ejakulation in gewisser Weise zu steuern. Bei einem Mann, der unter „Ejaculatio praecox“ leidet, kommt es unkontrolliert und zu früh zur Ejakulation. Dies ist besonders den Männern sehr unangenehm und kann nach gewisser Zeit auch zu Problemen in der Partnerschaft führen. Und wenn Mann sich dann noch unter Druck setzt, klappt es mit der Ejakulation meist noch weniger bzw. unkontrollierter.

Vorzeitiger Samenerguss – die Ursachen

Bei vorzeitigem Samenerguss sind die Ursachen noch nicht vollständig geklärt. In den letzten 20 Jahren hat man jedoch große Fortschritte auf dem Gebiet gemacht: Experten gehen inzwischen davon aus, dass der vorzeitige Samenerguss körperliche und neurobiologische Ursachen haben kann. Früher war man der Ansicht, dass er rein psychisch bedingt ist. Stress und Probleme in der Partnerschaft können allerdings ebenso Ursache sein oder das Problem zumindest verstärken. Mögliche Ursachen können außerdem die folgenden sein:

  • Versagensängste des Mannes
  • Eine erektile Dysfunktion (Erektionsstörung) kann einen vorzeitigen Samenerguss begünstigen.
  • Körperliche Erkrankungen, wie Harnwegsinfektionen oder Diabetes mellitus
  • Die Einnahme von bestimmten Medikamenten, zum Beispiel Schmerzmittel
  • Organische Gründe, wie eine Prostataentzündung, eine Harnröhrenentzündung oder auch eine Eichenentzündung. Diese Ursachen sind allerdings zeitlich begrenzt und dauern nur solange an, bis die Erkrankung ausgeheilt ist.
  • Neurobiologische Ursachen, wie die Fehlsteuerung des Nervenbotenstoffs Serotonin. Serotonin steuert unter anderem den Samenerguss und kann daher auch für einen vorzeitigen Samenerguss verantwortlich sein.

Ways to help ejaculation happen at the right time

Lösungen für den passenden Zeitpunkt beim Samenerguss

Deswegen lautet die erste Regel: Männer sollten mit ihrer Partnerin über die eigenen Gefühle, Ängste und Sorgen sprechen. Die eigene Partnerin fragen, wie sie mit der Situation klar kommt, ist ebenfalls wichtig. Manchmal sieht der Mann das Problem auch als viel größer an als die Partnerin – und nur in einer intakten Beziehung kann man gemeinsam an Problemen arbeiten. Außerdem ist es wichtig, sich Rat beim Arzt zu suchen. Es gibt verschiedene Therapieformen, die zusätzlich zu kleinen Hilfsmitteln zurück zu einem unbeschwerten Liebesleben führen können.

Es bieten sich zwei Methoden beziehungsweise Techniken an, die Männer und somit Paare in ihr Liebesleben integrieren können, um dem vorzeitigen Samenerguss entgegenzuwirken:

  • Einmal gibt es die sogenannte Start-Stopp-Methode. Hierbei stimuliert Mann sich bis zum sogenannten „Point of no return“, also dem Zeitpunkt der höchstmöglichen Erregung und stoppt dann die Stimulation. Sobald die Erregung aufgehört hat, wird der Penis des Mannes ein weiteres Mal bis zum „Point of no return“ stimuliert. Dies sollte mehrmals wiederholt werden. Ziel dieser Methode ist, dass der Mann seine eigene Ejakulation besser wahrzunehmen lernt und diese vielleicht irgendwann besser steuern kann.
  • Bei der Squeeze-Technik wird kurz vor dem Samenerguss auf die Eichel gedrückt, um den Samenerguss dann doch noch zu verhindern. Dies kann auch die eigene Partnerin übernehmen. Der Drang zu ejakulieren, sollte nach kurzer Zeit nachlassen. Danach sollte es wieder zu einer Stimulation kommen und dann kurz vor der Ejakulation wieder zum Druck auf die Eichel. Wird dies ca. 20 Minuten lang gemacht, kann das Erfolge nach sich ziehen.

Übungen für den Beckenboden können hier ebenfalls hilfreich sein. Auch wenn die meisten diese wohl eher mit Frauen in Verbindung bringen. Am männlichen Orgasmus sind der Schließmuskel und der Muskel, der den Harnfluss reguliert, beteiligt. Diese durch gezielte Anspannung zu trainieren, kann einer vorzeitigen Ejakulation vorbeugen.

Es gibt eine Reihe von verschiedenen Produkten gegen den vorzeitigen Samenerguss, die mit unterschiedlichen Ansätzen arbeiten: Einige Präparate arbeiten mit lokalen Anästhetika wie Lidocain oder Benzocain. Bei Lidocain dauert es meist etwa 20-30 Minuten bis die Betäubung einsetzt, was das Liebesspiel stark beeinträchtigen kann. Außerdem kann auch der Intimbereich der Partnerin beim Geschlechtsakt desensibilisiert werden.

Von pjur gibt es ein Produkt mit natürlichen Inhaltsstoffen und ohne Betäubungsmittel: pjur med PRO-LONG spray. Der Aktivstoff Tannic Acid aus der Eichenrinde besitzt eine zusammenziehende Wirkung und kann in Kombination mit Panthenol eine Überempfindlichkeit am Penis vermindern.

Männer sollten gemeinsam mit ihrer Partnerin daran arbeiten, dass der Geschlechtsverkehr wieder für beide eine schöne Erfahrung wird, ohne Angst. Ob hierzu bestimmte Hilfsmittel zum Einsatz kommen, Übungen für den Beckenboden oder auch die angesprochenen Techniken helfen, ist wohl bei jedem Mann unterschiedlich. Hier gilt es, die beste Methode für die eigenen Bedürfnisse zu finden.

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